Ratgeber · 14. September 2026 · 5 Min. Lesezeit
Leads kaufen: Pay per Lead oder Pay per Termin?
Leads kaufen ist einfach. Leads kaufen, die sich rechnen, ist eine Frage des Modells. Ob Photovoltaik, Wärmepumpe, Versicherung oder Treppenlift: Die Entscheidung zwischen Preis pro Lead und Preis pro Termin bestimmt, wer das Risiko trägt, wenn aus einer Anfrage nichts wird. Dieser Ratgeber vergleicht beide Modelle nüchtern.
So funktioniert Pay per Lead
Beim Preis pro Lead kaufen Sie Datensätze. Jeder Kontakt kostet einen festen Betrag, egal was daraus wird. Der Anbieter hat sein Geld, sobald der Datensatz übermittelt ist. Ob der Interessent erreichbar ist, noch Interesse hat oder bereits mit drei anderen Firmen spricht, ist Ihr Problem.
- ●Vorteil: planbare Stückkosten und große Mengen auf Abruf.
- ●Vorteil: für Vertriebsteams mit eigener Telefonzentrale gut steuerbar.
- ●Nachteil: das gesamte Risiko liegt beim Käufer.
- ●Nachteil: häufig Mehrfachverkauf desselben Kontakts, Mindestabnahmen und Reklamationsaufwand.
So funktioniert Pay per Termin
Beim Preis pro Termin bekommen Sie die Anfrage ebenfalls sofort, bezahlen aber erst, wenn Ihr Vertrieb einen Termin vereinbart hat. Anfragen ohne Termin kosten nichts. Der Anbieter verdient nur, wenn Sie ein Gespräch bekommen, und hat deshalb ein eigenes Interesse an aktuellen, exklusiven und vollständigen Anfragen.
- ●Vorteil: Kosten entstehen nur bei Ergebnis, das Risiko liegt beim Anbieter.
- ●Vorteil: die Interessen von Anbieter und Käufer sind gleichgerichtet.
- ●Nachteil: der Stückpreis pro Termin ist höher als ein einzelner Leadpreis.
- ●Nachteil: Sie müssen vereinbarte Termine zurückmelden, das Modell lebt von Vertrauen in beide Richtungen.
Rechenbeispiel: 40 Anfragen, 12 Termine
| Pay per Lead | Pay per Termin | |
|---|---|---|
| Anfragen im Monat | 40 | 40 |
| Termine vereinbart | 12 | 12 |
| Bezahlt werden | 40 Datensätze | 12 Termine |
| Nicht bezahlt | nichts | 28 Anfragen ohne Termin |
| Ihr Risiko | schwache Leads zahlen Sie trotzdem | keins |
Beispielmengen. Pay per Termin rechnet sich, sobald der Preis pro Termin unter dem Leadpreis geteilt durch die Terminquote liegt.
Die Faustregel: Teilen Sie den Leadpreis eines Anbieters durch Ihre realistische Terminquote. Liegt das Ergebnis über dem Preis pro Termin, den Ihnen ein Pay-per-Termin-Anbieter nennt, ist das Terminmodell günstiger, und zwar ohne das Risiko schwacher Monate.
Für wen passt welches Modell
Pay per Lead passt zu Unternehmen mit eigener Innendienst- oder Callcenter-Struktur, die täglich hunderte Kontakte abarbeiten und schwache Leads über die Menge ausgleichen. Pay per Termin passt zu Betrieben, deren Vertrieb aus wenigen Beratern besteht, die ihre Zeit im Kundengespräch verbringen sollen und nicht am Telefon mit unerreichbaren Kontakten.
Wer pro Termin bezahlt, kauft keine Hoffnung, sondern ein Gespräch.
Worauf Sie bei Pay per Termin achten sollten
- ●Definition: Was zählt als Termin? Bei NurTermin ist es ein mit dem Kunden vereinbarter Gesprächstermin, den Sie uns zurückmelden.
- ●Exklusivität: Auch im Terminmodell sollte jede Anfrage nur an ein Unternehmen gehen.
- ●Geschwindigkeit: Anfragen müssen sofort nach Eingang ankommen, sonst sinkt Ihre Terminquote.
- ●Flexibilität: Menge und Region sollten sich monatlich anpassen lassen, ohne Mindestlaufzeit.
Fazit
Der Preis pro Lead ist eine Zahl, der Preis pro Termin ist ein Ergebnis. Wer seine Terminquote kennt, kann beide Modelle in einer Minute vergleichen. Wer sie nicht kennt, fährt mit dem Terminmodell sicherer, weil schwache Monate dann nicht auf seiner Rechnung stehen.
Häufige Fragen
- Ist Pay per Termin dasselbe wie Terminvermittlung?
- Nein. Bei der Terminvermittlung ruft ein Callcenter den Kunden an und übergibt einen fertigen Termin. Bei Pay per Termin bekommen Sie die Anfrage, rufen selbst an und zahlen nur, wenn Sie einen Termin vereinbaren.
- Was passiert, wenn der Kunde den Termin später absagt?
- Das regelt jeder Anbieter unterschiedlich. Fragen Sie vor Vertragsbeginn, wie Absagen und Nichterscheinen behandelt werden.
- Kann ich beide Modelle parallel testen?
- Ja, und das ist oft der schnellste Weg zu einer Entscheidung: gleiche Region, gleicher Monat, gleiche Vertriebsmitarbeiter, dann den Preis pro Termin vergleichen.